Unglaublich voll und unglaublich leer.
Lehrreich und lehrsam.
Mal wild und mal zahm.
Mal stürmt er heran,
mal flüstert er sanft,
manchmal rauscht er ohrenbetäuben,
hinweg über Menschen, die sich ihm nicht beugen.
Die Menschen, die ihn kennen, können nur bezeugen.
Gott ist der größte! Ich kanns nicht verschweigen.
Ewig möchte ich in ihm verweilen.
Willst du mich erreichen,
musst du mich anpeilen.
Rufe mich an in der Not,
so rette ich dich, vor dem sicheren Tod!
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Gott ist für mich wie … das Meer.
Ich stehe als Mensch an einer von tausenden Küsten.
Und doch meinen die meisten, dass sie viel von ihm wüssten.
Sie kennen die Gezeiten, wie sie kommen, wie sie gehen.
Doch woher und wohin, das können sie niemals verstehen.
Sie sehen auf die Wellen und das Wasser,
teilen das Meer auf Karten in Quadraten und Raster.
So ist Gott und nicht anders, ich hab’s gezählt und berechnet!
Doch für die Tiefen fehlt ihm das Verständnis.
Wir schnorcheln am Strand, und glauben wir haben Gott gesehen!
Doch auf den wahren Grund, hat noch kein Mensch gesehen.
So begrenzt unsre Wahrnehmung, so begrenzt das Verstehen.
Doch das Meer lädt uns ein, ihm wirklich auf den Grund zu gehen.
Was ist wohl auf dem Grunde verborgen?
Dort unten liegen unzählige Sorgen.
Das Meer hat alles ertragen,
ohne Jammern ohne Klagen.
Stück für Stück, und Welle für Welle,
ertrug das Meer unseren Abfall und die angehäuften Sündenwälle.
Das Meer spült den Dreck der Menschen hinfort,
lässt sich erniedrigen und verletzen,
wenn man ihm in Grund und Boden bohrt.
so wird die Gier der Menschen, das Angesicht der Erde zerfetzen.
Sie gieren nach Öl, wie der Schlächter nach Blut.
Ihr Verlangen wird sie verzehren, wie feurige Glut.
Das Meer, es ist eins, doch sie wollen es zerteilen.
Doch es kennt keine Grenzen, das Wasser, marschiert überall ein.
Keiner Kann den Wind einfangen oder Wellen aufhalten,
die es versuchen, werden nicht mehr unter uns walten.
Es hebt Kontinente herab und hervor,
dem Menschheitsgedächtnis rauscht die Sintflut im Ohr.
Versunkene Geschichte,
vergessene Berichte.
Also hebe deinen Blick, und schweige andächtig,
denn wie das Meer so ist Gott, unbegreiflich.