Warum ist unser Gottesbild so entscheidend?

Gottesbild Menschenbild Weltbild

1. Einordnung des Themas

Ich möchte euch anhand einer Grafik veranschaulichen, warum das Thema Gottesbild fundamental ist. Wichtig für jeden Menschen. Egal ob er nun gläubig ist oder nicht.
Das Thema Gottesbild behandelt ein mentales, also gedankliches Konzept. Es ist mehr als das, aber da kommen wir später noch drauf. Mentale Konzepte sind grundlegende Schablonen unseres Wahrnehmungsbewusstseins. Das bedeutet, dass deine mentalen Konzepte, alles, wirklich alles beeinflussen und subjektiv einfärben, was du wahrnimmst. Wenn dein Physisches Auge eine Sonnenbrille vor der Netzhaut hat, nimmst du die Welt dunkler war, weil Lichtstrahlen gefiltert dein Auge erreichen. So ist es auch mit unserem inneren Auge, wenn ich unser Wahrnehmungsbewusstsein so nennen darf. Ein einfaches und leicht zugängliches Beispiel für ein starkes mentales Konzept, das die gesamte Wahrnehmung einfärbt: Die rosarote Brille, wenn man(n) verliebt ist. Es ist wie eine mentale Sonnenbrille auf dem inneren Auge der Wahrnehmung.
Und aus meiner Sicht sind die folgenden drei die wichtigsten mentalen Konzepte, also gedankliche Schablonen, die unsere gesamte innere und äußere Wahrnehmung einfärben und prägen: Gottesbild, Menschen- bzw. Selbstbild und das Weltbild.
In dieses Konzepten herrscht eine Hierarchie: Das Gottesbild ist das wichtigste. Denn es handelt vom Schöpfer der die Schöpfung und das Geschöpf – hier im Fokus vor allem der Mensch- geschaffen hat. Also ist das Gottesbild die wichtigste Wahrnehmungsschablone die unser Bewusstsein hat. Ich denke damit ist die Wichtigkeit dieses Themenfeldes ausreichend dargestellt. Ich kann es natürlich nur eröffnen und Impulse zum weiterdenken und weiterreflektieren geben.

2. Worauf hat unser Gottesbild Auswirkungen?

Das Gottesbild wirkt immer. Auch wenn Menschen es verleugnen. Auch ein Atheist hat eine Art Gottesbild. Er negiert Gott in seinem Denken, und verliert somit die Möglichkeit Gott selbst, die Welt als seine Schöpfung und den Menschen als sein Geschöpf wahrzunehmen. Aus meiner Sicht eine sehr gefährliche und schlimme Lüge, die konsequent zu Ende gedacht in den ewigen Tod führt.
Auf der anderen Seite ermöglicht uns ein positives Gottesbild überhaupt erst den Menschen als Ebenbild Gottes wahrzunehmen. Egal wie verzehrt es auch gerade noch sein mag. Stell dir gerade den nervigsten Menschen vor, der dich zuletzt richtig zur Weißglut gebracht. Und jetzt sage dir: Und auch dieser Mensch ist ein Ebenbild Gottes. Merkst du, dass das etwas mit dir macht? Und ein positives Gottesbild ermöglicht es uns auf der anderen Seite, die Welt als Schöpfung Gottes wahrzunehmen. Und wenn man das zu Ende denkt, führt es dazu, dass der Mensch dankbar wird, und die Welt um sich herum als wertvoll, schön und nicht selbstverständlich erachtet.

Etwas psychologischer Ausgedrückt:
Unser Gottesbild bestimmt – weil es unsere Wahrnehmung beeinflusst- unser gesamtes:
● Denken
● Fühlen, und
● Wollen
Zusammengefasst: Unser Gottesbild bestimmt unser Verhalten. Wie wir leben und handeln.
Hier möchte ich die erste Bibelstelle anführen:
Sprüche 4,23: „Mehr als auf alles andere aber achte auf dein Herz, denn es bestimmt, wie du dein Leben führst“. (NGÜ)
Was hier im hebräischen mit Herz übersetz wird, bedeutet den Sitz unserer Persönlichkeit.
Ich habe das für mich so definiert: Das was die Bibel als Herz bezeichnet, ist unser ICH, der Sitz unserer Persönlichkeit. Unser Ich ist die Schaltzentrale unserer Seele. Unser ICH beherrscht und führt (im Idealfall) unser Denken, Fühlen und Wollen: Also unsere Seele, die unser Verhalten auslöst und steuert.
Ein weiterer zentraler Bibelvers der dazu einlädt das Denken, also auch die grundlegenden Mentalen Konzepte wie unser Gottesbild, zu reflektieren ist Römer 12,2:
„Richtet euch nicht länger nach ´den Maßstäben` dieser Welt, sondern lernt, in einer neuen Weise zu denken, damit ihr verändert werdet und beurteilen könnt, ob etwas Gottes Wille ist – ob es gut ist, ob Gott Freude daran hat und ob es vollkommen ist.“ (NGÜ)

Ein weiterer Aspekt warum es wichtig ist, Gott richtig zu erkennen, also ein korrektes, wahrheitsgemäßes Gottesbild zu bekommen ist, dass Gott selbst die Wahrheit ist.
Jesus Christus ist die lebendige, mensch- und fleischgewordene Wahrheit.
Johannes 14,6: „»Ich bin der Weg«, antwortete Jesus, »ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben. Zum Vater kommt man nur durch mich.“ (NGÜ)

Ich ergänze frei: Auch zum richtigen, wahrheitsgemäßen Gottesbild, vom Vatergott kommen wir nur durch Jesus Christus. Damit ist der Weg zum wahrhaften Gottesbild fest, und klar definiert. Über Jesus Christus.

Also haben wir den Weg zum Gottesbild klar dargestellt.
Aber wie fange ich an diesen Weg zu beschreiten? Egal wo ich gerade stehe? Selbst wenn ich Gott nicht kenne. Aber ihn vielleicht von ganzem Herzen suche und kennen lernen möchte. Oder ich bin schon lange im Glauben und möchte Gott wieder neu, anders , tiefer erkennen.
Der Startpunkt ist in einer Sache immer gleich. Es startet mit einer inneren Bewusstseinshaltung, die in der Bibel als Ehrfurcht vor Gott beschrieben wird. Unser Herz – das wir gerade als Schaltzentrale der Seele, des Denkens, Wollens und Fühlens definiert haben, muss eine ehrfürchtige Haltung – die des Geschöpfes vor dem Schöpfer- einnehmen. Dann ist der Weg durch Jesus Christus frei, Gott zu erkennen.
Sprüche 1,7: „Ehrfurcht vor dem HERRN ist der Anfang jeder Erkenntnis, nur törichte Menschen verachten Weisheit und Erziehung.“ (NGÜ)
Denn: In Jakobus 4,6 lesen wir: „Es heißt ja in der Schrift: »Den Hochmütigen stellt sich Gott entgegen, aber wer gering von sich denkt, den lässt er seine Gnade erfahren.« (NGÜ)

Und mit diesem Ehrfürchtigen Herzen sollen wir loslegen, nach Erkenntnis der Wahrheit zu suchen. Meiner Meinung nach ist echte Wahrheitserkenntnis auch immer Gotteserkenntnis, weil Gott Wahrheit ist. So lesen wir eine Ermutigung dazu in Sprüche 2, 2-4:
„ 2 Habe ein offenes Ohr für die Weisheit und versuche von Herzen, verständig zu werden.
3 Verlange nach Einsicht und bitte um Verstand,
4 suche nach ihnen wie nach Silber, forsche nach ihnen wie nach verborgenen Schätzen.“

In diesem Sinne sollen wir wie Bergarbeiter sein, die keine Mühe scheuen, wertvolles Material zu bergen. Und wie Silberschmiede, die rohes Silbererz einschmelzen und in Silbermünzen vergießen. Rohe Gotteserkenntnis ist wie Silbererz. Wenn wir darüber reflektieren, schreiben, nachdenken, mit anderen Geschwistern darüber diskutiern, um die Wahrheit ringen, dann ist das – als Methaper ausgedrückt- das Einschmelzen von Silbererz, Entfernen von Schlacke, und die Formgebung in praktische Münzen.

Und nun noch ein Bibelvers, der die ultimativen Auswirkungen des Gottesbildes aufzeigt:
Johannes 3,16-18.
„16Denn Gott hat der Welt seine Liebe dadurch gezeigt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat und nicht verloren geht.
17 Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, um sie zu verurteilen, sondern um sie durch ihn zu retten.
18 Wer an ihn glaubt, wird nicht verurteilt. Wer aber nicht glaubt, ist damit schon verurteilt; denn der, an dessen Namen er nicht geglaubt hat, ist Gottes eigener Sohn.“

Wenn dein Gottesbild falsch ist, bist du schon verurteilt, und ziehst das Gericht Gottes über dich. Denn wenn du einer Lüge glaubst, dass es Gott nicht gibt, oder Jesus Christus der Weg zum Vater ist, wirst du nicht in der Lage sein, die Wahrheit und damit den Weg zum Leben zu erkennen. Und das endet im Gericht Gottes.
Also ist es nicht übertrieben zu sagen: Das richtige Gottesbild entscheidet über Leben und Tod!
Es ist zutreffend und biblisch. Eine harte Aussage. Wenn Sie jedoch zur Einsicht und Umkehr führt, auch heilsam.

3. Änderung des Gottesbildes: Beispiele aus der Geschichte

Biblisch: Vom Saulus zum Paulus. Saulus hatte ein falsches Gottesbild. Er dachte, er gefällt Gott, wenn er Christen verfolgt. Jesus Christus ist ihm begegnet und hat ihm geholfen, ihn wirklich zu erkennen, kennen zu lernen und somit sein Gottesbild zu ändern. Die Auswirkung: Das Ich des Saulus , sein Herz wurde geläutert, transformiert. Sein Denken, Wollen und Fühlen hat sich geändert. Dadurch, dass Gott ihm gnädig war, und sein wichtigstes mentales Konzept, das falsch war, zerschmettert hat, und es mit Wahrheit ersetzt hat.
Die Frucht: Paulus wurde der wahrscheinlich wirkmächtigste Apostel der grob das halbe neue Testament niedergeschrieben hat.
Einen Aspekt möchte ich an dieser Geschichte hervorheben: Es bedurfte der Gnade Gottes, dass Paulus umkehren konnte, dass er sein falsches Gottesbild ändern konnte.

Und das sehen wir auch im nächsten Beispiel, dass es auf die Gnade Gottes ankommt, dass das Gottesbild korrigiert und wahrhaftiger wird:
Martin Luther: Dadurch dass der Geist Gottes, der auch der Geist der Wahrheit ist, ihm Erkenntnis über das Verständnis einer einzigen Bibelstelle geschenkt hat, hat das in Martin Luther selbst eine Reformation, eine Erneuerung seines Herzens bewirkt, und von dort eine Reformation die nicht mehr an Landes- und später Kontinentgrenzen halt gemacht hat.
Römer 1,17: „Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht: »Der Gerechte wird aus Glauben leben.«“ (NGÜ)
Martin Luther dachte er muss gerecht sein, damit er aus Glauben leben kann. Von Gott angenommen wird. Doch dann schenkt Gott ihm die Erkenntnis, dass Jesus Christus ihn gerecht macht, sodass er dadurch, durch den Glauben an Christus und das was dieser für ihn getan hat, gerecht wird, und er daraus leben kann. Dadurch von Gott angenommen wird.“

Beide, sowohl Saulus/ später Paulus als auch Martin Luther hatten Ehrfurcht vor Gott. Dem Beginn der Weisheit (die Ehrfurcht). Noch nicht das Ende, denn beide waren am Anfang als Menschen oft auch fehlgeleitet mit Fehlern behaftet. Aber Gott hat ihr Herz angeschaut und war Ihnen gnädig.
Also möchte ich auch uns heute Mut machen: Sucht Gott, eifert für ihn, auch wenn ihr dabei mal Fehler macht, das soll uns nicht aufhalten. Gott kommt uns entgegen und schenkt uns Wahrheit und Erkenntnis. Bitte Gott darum, dass er sich dir zeigt. Sich dir offenbart, wie er ist. Dass du dein Gottesbild mehr der Wahrheit anpasst, in dem du Gott suchst, ihn anschaust und dich von ihm verändern und belehren lässt.

4. Betrachtung von Bibelstellen die unser Gottesbild prägen können

Gemeinsames Thema: Tod, aufgrund von Mangelnder Gotteserkenntnis:

Hosea 4, 1-6:  Neues Leben Bibel

Die Klage des HERRN gegen Israel

1 Hört das Wort des HERRN, ihr Israeliten! Der HERR führt einen Rechtsstreit mit den Bewohnern des Landes. Er wirft euch vor: »In eurem Land gibt es keine Treue, keine Mitmenschlichkeit und auch keine Gotteserkenntnis. 2 Ihr flucht und lügt, mordet, stehlt und brecht die Ehe. Eine Bluttat reiht sich an die andere. 3 Das ist die Ursache dafür, dass in eurem Land nichts mehr wächst. Das ganze Land trauert, und alles, was darin lebt, wird krank. Selbst die Tiere, Vögel und Fische verenden. 4 Ihr sollt aber niemanden verklagen; versucht auch nicht, anderen die Schuld zu geben. Ihr Priester seid es, die ich anklage![1] 5 Am hellen Tag sollt ihr zu Fall kommen, und die ganze Priesterschaft soll in der Nacht stürzen. Eure Mutter[2] aber soll umkommen. 6 Mein Volk stirbt aus Mangel an Erkenntnis [Gottes]. Ihr Priester weigert euch mich zu kennen, deshalb will ich euch auch nicht mehr kennen. Weil ihr das Gesetz eures Gottes vergessen habt, will ich auch eure Kinder vergessen. Ihr dürft nicht mehr meine Diener sein!

Ich möchte folgende Aspekte aus der Geschichte in den Vordergrund stellen:

  • Ein falsches Gottesbild führt dich in die Selbstzerstörung
  • Ein stolzes und eigensinniges Herz kann Gott nicht erkennen, kann also nicht zu einem wahrhaftigen Gottesbild kommen.
    Ich zitiere nochmals Sprüche 1,7: „Ehrfurcht vor dem HERRN ist der Anfang jeder Erkenntnis, nur törichte Menschen verachten Weisheit und Erziehung.“ (NGÜ)
  • Wer sein Gottesbild korrigiert, Lüge mit Wahrheit ersetzt, der macht den Schritt vom Tod ins Leben zurück.
  • Egal wie falsch dein Gottesbild ist. Egal wie sehr du Gott verachtet, verspottet oder dich über ihn aufgeregt hast: Er ist bereit für deine Rückkehr. Er freut sich, dich wieder in seine Arme zu schließen.
  • Wenn du der Bruder im Gleichnis bist, der denkt, dass er Gott kennt, aber eigentlich hat sein Gottesbild und Vaterbild Lücken und Lügen: Wie reagierst du auf diese Geschichte? Wie reagierst du auf Gottes Geduld, Gnade und Einladung, dein Gottesbild korrigieren zu dürfen?
    Und damit komme ich zum letzten Punkt der Predigt:

5. Eigenes Zeugnis  –  Praktische Anwendung

Wenn du jetzt merkst, dass Bitterkeit; Wut oder Zynismus in deinem Herzen aufsteigt, wenn du das hörst, möchte ich dir sagen, nimm heute die Chance war, von dieser Wut und Bitterkeit frei zu werden. Ich sage das, weil Gott mich davon befreit hat.
Eine Geschichte aus meinem Leben möchte ich dazu teilen. Als mein Vater 2017 gestorben ist, hatte ich sehr viel mit Wut, Bitterkeit und Zynismus zu kämpfen. Ich habe mich gefühlt, wie der zweite verlorene Sohn im Gleichnis.
Ich habe Lügen geglaubt, die mein Gottesbild verzerrt haben, und mich dadurch vom Leben entfernt haben. Ich habe mich entfernt von mir selbst, von Freunden, von Gemeinde, von Gott.
Ich habe in meiner Bitterkeit folgende Gedanken und Gefühle gehabt: Andere segnet Gott. Über die freut er sich, die beschenkt er. Aber mich hat er wohl vergessen. Was hatte mein Vater davon, dass er sich für die Gemeinde aufgerieben hat und jetzt früher gestorben ist, mit schlechter Gesundheit in den letzten Jahren?
Ich hatte nur noch eine Frage an Gott: Gott, bist du wirklich 100 % gut. Wenn das nicht der Fall ist, kann ich mir den Rest mit Gemeinde und Christsein sparen.
Ich werde die Geschichte nicht komplett ausrollen. Ich kann so viel sagen: Gott hat sich auf die Frage eingelassen und um mein Herz gekämpft. Und ich habe in der Zeit nie aufgehört, nach Wahrheit und Erkenntnis zu streben. Ich wollte es wissen. Ich will die Wahrheit immer noch erforschen. Immer mehr. Heute kann ich sagen, dass mein Bild von Gott, meine Erkenntnis über ihn größer und stärker geworden ist, und mir diese Gotteserkenntnis selbst immer mehr göttlichen Frieden, Ruhe und die Freiheit in Christus schenkt. Und ich kann heute sagen: Auch wenn es jetzt aktuell auch noch unbeantwortete Fragen an Gott in meinem Leben gibt, kann ich sagen: Ich vertraue Gott. Ich glaube Gott. Auch wenn ich IHN an einigen Punkten immer noch nicht verstehe. Aber ich bin mir zu 100% sicher, dass er gütig, gerecht und liebevoll ist.
Und dieses Vertrauen ist aus meinem wachsenden Gottesbild hervorgegangen. Einem Prozess, in dem Gott mir immer mehr zeigt, wer und wie er ist. Und diese Erfahrung wünsche ich jedem Menschen in diesem Raum. Das du Gott mit ganzem Herzen suchst und ihn darum bittest, dass er dein Gottesbild wahrhaftiger macht.

6. Einladung zum Gebet in (Klein-)Gruppen

Lasst uns zu zweit oder zu dritt zusammen stehen, als Geschwister im Glauben und füreinander beten.
Amen.

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